Fernsehen


Dieser Artikel stammt aus dem Januar 2005. Die darin enthaltenen Informationen sind teilweise veraltet. Insbesondere werden nun endlich die Privatsender digital ins Kabel eingespeist. Zwar verschlüsselt (dir Smartcard gibt es gegen Einmalzahlung), aber immerhin. Damit rückt DVB-C ein Stückchen näher an DVB-S heran. Dafür baut DVB-S seinen Vorsprung weiter aus: Nur darüber kann das kürzlich eingeführte HDTV empfangen werden. (Frank Bartels, 06. Januar 2006)

Nachtrag vom 20. Mai 2008: Laengst ist es moeglich tv.muenchen ueber Astra zu empfangen. Es gibt also nahezu keinen Grund mehr gegen DVB-S.


Angeblich verbringt der Durschnitts-Deutsche täglich mehrere Stunden vor dem Fernseher. Man könnte also davon ausgehen, dass sich wenigstens die meisten Zuschauer mit den technischen Hintergründen befassen und Interesse an einer optimalen Lösung zeigen. Die Praxis zeigt jedoch, dass dem nicht so ist. Stattdessen lassen sich die Fernsehenden immer wieder an der Nase herumführen.

Der Kabelanschluss

Bei Kabel Deutschland kann man unter http://www.kabeldeutschland.de/kabelanschluss/vorteile.html lesen:

"Mit Kabelanschluss empfangen Sie heute bis zu 34 Fernseh- und 36 Radiosender. Mit einem Digital-Receiver kommen noch mal über 100 digitale Fernseh- und über 90 digitale Radiosender dazu. Und das in bester Bild- und Tonqualität bei jedem Wetter. Über das seit kurzem in einigen Regionen eingeführte digitale Antennenfernsehen (DVB-T) empfangen Sie gerade mal 16 bis 24 Fernsehsender. Alles ganz einfach."

Klingt toll, oder? Und das ganze für derzeit (Januar 2005) nur EUR 14,13 pro Monat, also EUR 169,56 pro Jahr! Bereits für dieses Geld können sie sich im Baumarkt eine SAT-Empfangsanlage kaufen, mit der sie hunderte analoge und tausende digitale Fernseh- und Radiosender empfangen können! Und das ohne monatlichen Grundpreis!

DVB-T

Im Jahr 2004 wurde DVB-T in Deutschland eingeführt. Dabei wird der Eindruck erweckt, dass Digitalfernsehen etwas ganz Neues ist und dass jeder auf diesen Zug aufspringen müsse. Daran dass Digitalfernsehen seit fast 10 Jahren in Deutschland verfügbar ist (sowohl im Kabel (DVB-C) als auch via Satellit (DVB-S)) scheint dabei niemanden zu interessieren. Und Kabel Deutschland hat recht: "gerade mal 16 bis 24 Fernsehsender" wirkt für eine nagelneue Technologie nahezu lächerlich.

DVB-C

Neben dem herkömmlichen terrestrischen Empfang von Analog-TV (in München 10 Kanäle) ist der Kabelanschluss in Deutschland sehr weit verbreitet. In München werden derzeit (Januar 2005) 44 Sender auf 35 Kanälen eingespeist.

Wie bereits erwähnt, ist Digitalfernsehen im deutschen Kabel seit fast 10 Jahren verfügbar. Dennoch hat es sich bis heute nicht durchgesetzt. Das liegt vor allem daran, dass die Privatsender (Sat.1, Pro7, RTL, usw.) nur analog ins Kabel eingespeist werden, weil sich die Privatsender seit Jahren nicht mit den Kabelnetzbetreibern einigen können, wer die Kosten dafür übernimmt. Somit müsste man immer zwei Tuner an einem Fernsehgerät betreiben, um das gesamte Programmangebot zu nutzen. Man könnte meinen, dass durch diese Blockade viele ihren Kabelanschluss kündigen und stattdessen auf DVB-S umsteigen würden, doch weit gefehlt. Die Leute gucken lieber RTL mit ständigen Werbeunterbrechungen und ohne EPG statt ARD DIGITAL oder ZDF.vision, für die sie bereits GEZ-Gebühren bezahlt haben.

Doch hierfür scheint eine Lösung in Sicht: Die Zeitschrift DIGITAL fernsehen schreibt in der Ausgabe 02/2005 auf Seite 09 in ihrem "Digital-Fahrplan 2005" im 4. Quartal: "Deutsche Privatsender werden digital ins Kabel eingespeist.".

DVB-S

Die Lösung heisst DVB-S. Nur sehr wenige Programme sind hier nicht empfangbar, in München muss man lediglich die beiden Kanäle tv.muenchen (S07), AFK Fernsehen München bzw. Arbeitsgemeinschaft Behinderte bzw. cityinfo tv (S06) verzichten. Mit einer einzigen Schüssel kann man die beiden wichtigsten Satelliten (Astra und Hotbird) empfangen, welche tausende digitale Programme in meist höherer Qualität (Bandbreite) als Kabel ausstrahlen. Im Kabel ist der Platz längst ausgereizt (und deshalb auch teuer), die Satelliten werden ständig um neue Transponder erweitert.

Weiterführende Links zum Thema

© 2005 Frank Bartels - Letzte Änderung: 20. Mai 2008006

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